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Keynotes der DSAG Technologietage im Überblick

Keynotes der DSAG Technologietage 2017

Der erste Tag der DSAG-Technologietage ging heute über die Bühne. Wir haben die wichtigesten Infos der Keynotes für Sie zusammengefasst.

Licht und Schatten

SAP CIO Thomas Saueressig und DSAG Technologie-Vorstand Ralf Peters stellten sich am Vormittag dem Plenum in Mannheim bei den diesjährigen DSAG Technologietagen. Während die DSAG für die Begeisterung einer jungen Generation für SAP und Technologie eintrat, antwortete SAP mit einer Virtual Reality Demonstration und einem „neuen Kern S/4“.

DSAG-Technologie-Vorstand Ralf Peters startete die Keynotes und sprach über Motivation für und mit Technik im Kontext von SAP und den Lösungen der Zukunft.

Skepsis und Change

Peters führte zu Beginn seines Keynotes mit dem Titel ,,Change = Chance: Heute ist morgen schon gestern“ an, dass es einen neuen Zugang zu SAP gibt. Erwähnt sei hier beispielsweise Design Thinking in den App-Häusern der SAP.

Dieser Zugang drehe sich im Grundsatz um eine heterogene, oftmals hybride Zukunft in Sachen IT – welche sowohl SAP als auch IT im generellen vor große Herausforderungen stellt.

Die große Frage an dieser Stelle: Wie passt die Cloud in ERP?

Peters gab weiteres zu bedenken, dass eine neue Generation von in den Arbeitsmarkt drängt, die mit Google, Apps, Tablets und Social Media aufgewachsen ist. Diese Generation gelte es für SAP zu begeistert und entsprechen zu schulen.

Der DSAG-Vorstand wies weiter auf eine besondere Rollenveränderung hin: Aus Abap-Entwicklung wird Multi-Development. An dieser Stelle wurde auch das DSAG-Whitepaper „Basis von Morgen“ empfohlen.

Change ja, meinte DSAG-Technikvorstand Peters zum Thema abschließend, aber von R/3 nach S/4 kann er sich diesen persönlich noch nicht vorstellen. Eine allgemeine Skepsis beherrschte seine Keynote, dennoch nutzte er auch die Gelegenheit, um auf die Chancen im Zusammenhang mit heterogener, hybrider IT und HCP hinzuweisen.

Angemessene Lizensierungsmodelle

Peters sieht SAP überall, inklusive Industrie 4.0. Er erwähnte keine anderen Mitspieler wie Siemens oder Bosch – aber er fordert bei einer ganzheitlichen SAP-Landschaft adäquate Lizenzmodelle der SAP ein. HCP könne man wohl kalkulieren, komplexe Industrieszenarien aber seien kaum lizenztechnisch fassbar.

n diesem Punkt schien Peters den Nerv der deutschsprachigen SAP Community getroffen zu haben, denn nach diesen Worten erhebt sich umgehend Applaus für den DSAG-Vorstand.

HCP – In Stein gemeißelt

Die Hana Cloud Platform ist mit Sicherheit einer der thematischen Dauerbrenner der deutschen SAP-Community.

Umso mehr verwunderte aber dann doch das auffällige Schweigen der DSAG, wenn es um eine konstruktive oder gar kritische Auseinandersetzung geht: Keine Details oder Verbesserungen von der DSAG.

HCP scheint aus Sicht der DSAG fix gesetzt zu sein.

VR und Machine Learning von SAP

Thomas Saueressig, CIO bei SAP, setzte dann unmittelbar mit einer Live-Vorführung eines neuen, virtuellen Arbeitsplatzes von SAP im zweiten Keynote fort. Minutenlang lief er dabei mit VR-Brille – auch zum leichten Amüsement der anwesenden Teilnehmer – auf der Bühne umher.

Technisch beeindruckend wie die Demonstration der Interaktion und Zusammenarbeit mit einem lernfähigen Avatar auch war, muss man sich an dieser Stelle dennoch die Frage stellen, wie das in den Buchhaltungsabteilungen und Fabrikhallen Deutschlands dann funktionieren soll.

Machine Learning made by SAP – die Zukunftsmusik aus Walldorf.

Saueressig sprach auch über Skalierungsfaktoren im B2B-Zusammenhang und propagierte ein Cloud-basiertes Subskriptionsmodell.

Des Weiteren verglich er die Listenpreise der SAP-Lizenzen mit Subskriptionszahlungen. Dass dieser Vergleich hinkt, zeigt sich, wenn man weiß, was SAP-Bestandskunden wirklich für ihre Lizenzen zahlen – es gibt bis zu 70% Rabatt auf on-premise Lizenzen!

Laut CIO Saueressig, ist das ausgewiesene Ziel die Transformation zur agilen Unternehmensarchitektur. Plattform dafür ist natürlich die SAP-Cloud inklusive HEC und HCP.

Am Ende des Weges durch die Transformation steht das digitale Unternehmen auf Basis eines digitalen Kerns, der wiederum auf S/4 und Hana beruht – einem neuen „Kern S/4“.

Der neue Kern S/4 ist dabei für Bestandskunden mit Sicherheit die schlechteste Neuigkeit des Tages – schon wieder ein neuer Releasewechsel.

Zuerst müssen natürlich die Geschäftsprozesse redesined werden. Wer immer das auch machen kann und soll bleibt leider in diesem Zusammenhang offen.

Saueressig räumt somit aber durchaus die große Schwierigkeit der Aufgabe ein: Eine einfache Transformation ist nicht möglich ist. Der Weg zu S/4 bleibt also eine große Herausforderung.

Third Party und Blockchain

Am Ende des Vormittags standen Ralf Peters und Thomas Saueressig dann gemeinsam auf der Bühne. Peters fragte nach der Verwendung von Non-SAP-Produkten bei SAP. Saueressig sieht diese Orchestrierung über die Cloud gelöst. Ein Bespiel für ihn ist die Reisekostenabrechnung über Concur.

Concur aber gehört seit dem Milliardendeal vom Dezember 2014 zu SAP – also wieder keine Anbindung von externen Systemen. Der globale SAP-Machtanspruch ist hier am deutlichsten.

Wie das aber zur hybriden Zukunft passt, die Ralf Peters am Anfang erwähnt hatte, bleibt fraglich.

Enttäuschend dürfte der Vormittag für Blockchain – Enthusiasten verlaufen sein. Kurz erwähnt Ralf Peters das Thema ohne jedoch näher darauf einzugehen.

Er wolle abwarten, ob es auch relevant wird für SAP-Bestandskunden und habe dazu noch keine Meinung.

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